Faschismus – lange als historisch eingrenzbares Phänomen gedeutet, verbunden mit der
Warnung den Begriff, nicht zu inflationär zu benutzen – ist heute leider wieder Thema.
Er kann – nach Robert Paxton – definiert werden als „eine Form des politischen
Verhaltens“, das durch eine „obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder
Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und
Reinheit“ bestimmt ist 1).
Faschistische Elemente kommen heute zumindest habituell und ästhetisch wieder deutlich
zum Vorschein. Beispiele dafür finden sich in der MAGA-Bewegung, in der Mensphere-
Bewegung mit Trends wie „Bonesmashing“ zur Herstellung markanterer Gesichtszüge
und in Ideologien wie der „Blackpill“-Theorie, die physische Attraktivität als Grundlage für
sexuelle Hierarchien betrachtet und Misogynie befeuert.
Der Erfolg faschistischer Bewegungen und Parteien lässt sich nicht allein mit
Angst und Wut erklären. Ebenso ausschlaggebend sind die Lust und das Vergnügen an
Gewalt und Aggression. Neben einem durch sexualisierte Bildsprache vermittelten
Rassismus – so die Historikerin Dagmar Herzog2 – sind Feindseligkeit gegenüber als
imperfekt wahrgenommenen Körpern und eine obsessive Behindertenfeindlichkeit
Grundbausteine dieses Denkens und Wirkens – beides mit starkem Echo in
nationalsozialistischen Denken.
Die Veranstaltung lädt Trainer*innen und Interessierte ein, diesen Phänomenen auf den
Grund zu gehen und soll die eigene Praxis weiterzuentwickeln. Dabei steht die
Auseinandersetzung mit folgenden Fragen im Mittelpunkt: Wie kann die Faszination von
Ungleichheitsideolgien erklärt werden? Wie kann politische Bildung diese Entwicklungen
begegnen und insbesondere in der Arbeit mit den Programmen „Betzavta“ und „Eine Welt
der Vielfalt“? hier produktiv werden?

Leiterin der Akademie Führung und Kompetenz am CAP München, Trainerin und Ausbilderin in Demokratie- und Toleranzerziehung

Gabriele Wiemeyer
(Internationale) politische Bildung, Interkulturelle Kompetenzen, Konfliktbearbeitung, Demokratie-Lernen. Zertifizierte "Betzavta"-Ausbilderin.
Kontakt:
Telefon: (0 58 21) 9 55-11 4
E-Mail: gabriele.wiemeyer@gsi-bevensen.de
Um Ihnen ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn Sie diesen Technologien zustimmen, können wir Daten wie Ihr Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn Sie Ihre Zustimmung nicht erteilen oder zurückziehen, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.