Bilder der Verantwortung

Ästhetische Bildung in der Demokratie

Bleistiftzeichnung zweier Mädchen. Sie sitzen sich gegenüber und haben ein Handy in der Hand. Sprechblasen sind zu sehen. Der Hintergrund ist hellgrün.
Illustration: Anna Karolina Kaczmarczyk

Hintergrund und Kontext

Mit der Verbreitung generativer KI entstehen neue Formen visueller Kommunikation, die Inhalte in großer Geschwindigkeit produzieren und verbreiten. Bilder und Videos wirken dabei oft unmittelbar über Emotionen und vereinfachte Darstellungen und beeinflussen so Wahrnehmung und Meinungsbildung.

Für die soziokulturelle und politische Bildung stellt sich damit die Aufgabe, Kompetenzen im Umgang mit visuellen Medien zu stärken: Bilder lesen, ihre Wirkmechanismen verstehen und ihre Bedeutung für demokratische Prozesse reflektieren. Gleichzeitig gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Menschen eigene Perspektiven entwickeln und sichtbar machen können.

Ziele des Projekts

Das Projekt zielt darauf, visuelle Urteilskraft und kritisches Wahrnehmungsvermögen im Umgang mit digitalen Bildwelten zu fördern. Teilnehmende setzen sich mit Mechanismen visueller Beeinflussung auseinander und entwickeln eigene künstlerische Ausdrucksformen als Gegenpositionen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene arbeiten im Projekt bewusst gemeinsam und auf Augenhöhe. So werden Perspektiven miteinander in Beziehung gesetzt und bestehende Rollenzuschreibungen hinterfragt.

Inhalte und Projektstruktur

Das Projekt verbindet soziokulturelle und politische Bildung, kritische Medienarbeit und künstlerische Praxis und umfasst mehrere aufeinander bezogene Formate:

  • „Create. Connect. Change.“ – Kunst- und Medienlabor (20.–22.05.2026)
    In diesem dreitägigen Format setzen sich Jugendliche gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften und Multiplikator*innen der Jugendarbeit mit visuellen Inhalten aus sozialen Medien auseinander. Im Zentrum steht die Frage, wie KI-generierte Bilder und emotionale Bildstrategien Wahrnehmung und Meinungsbildung beeinflussen.
    Die Teilnehmenden analysieren Mechanismen visueller Manipulation und reflektieren deren Bedeutung für demokratische Prozesse. Aufbauend darauf entwickeln sie eigene künstlerische Arbeiten in Form von Zeichnungen und Comics, die als Gegenpositionen zu vereinfachenden und emotionalisierenden Darstellungen verstanden werden.
    Das Format verbindet medienpädagogische Ansätze mit politischer Bildung und erprobt Formen der Zusammenarbeit, in denen Jugendliche und Erwachsene gemeinsam lernen, gestalten und Verantwortung für Inhalte und Prozesse übernehmen.
  • „Stempel – gegen – das – Abgestempelt – werden“ – Kreativ-Wochenende (30.–31.05.2026)
    Grundschulkinder gestalten gemeinsam mit Eltern, Großeltern oder anderen Bezugspersonen eigene Bildmotive und Stempel. Ausgangspunkt sind Fragen nach Zugehörigkeit, Gerechtigkeit und Vielfalt in der demokratischen Gesellschaft. Durch das gemeinsame künstlerische Arbeiten entstehen Gesprächsräume zwischen den Generationen, in denen Perspektiven von Kindern sichtbar werden.
  • Öffentliche Ausstellung (Vernissage: 20.06.2026 um 11 Uhr im Griepe-Haus Bad Bevensen)
    Die im Projekt entstandenen Arbeiten werden in einer öffentlichen Ausstellung im Griepe-Haus in Bad Bevensen präsentiert. Sie führt die Ergebnisse der verschiedenen Formate zusammen und macht die künstlerische Auseinandersetzung mit visueller Kommunikation, KI-generierten Bildern und demokratischen Fragestellungen sichtbar.
    Die Ausstellung schafft einen Rahmen für Austausch und Diskussion: Besucher*innen haben die Möglichkeit, mit Teilnehmenden und Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen und sich mit den im Projekt behandelten Themen auseinanderzusetzen.
  • „Das visuelle Lexikon“ – ein Zine-Comic
    Aus den Workshops heraus entsteht ein kollektiv gestaltetes Zine, das zentrale Fragestellungen, Motive und Bildideen bündelt. Es dokumentiert die künstlerischen Prozesse und übersetzt die Auseinandersetzung mit visueller Manipulation in eine offene, fragende Bildsprache.
  • Projektdokumentation und Transfer
    Im Anschluss an die Veranstaltungen wird eine Broschüre erstellt, in der der im Projekt erprobte Ansatz beschrieben und reflektiert wird. Neben methodischen Zugängen werden Erfahrungen aus der Praxis aufgearbeitet, um die Übertragbarkeit auf andere Kontexte soziokultureller Bildung und Medienarbeit zu unterstützen.
schwarzes Smartphone auf hellgrünem Hintergrund. Ein Stift drückt sich in das Display. Aus den Rissen kommen bunte Fäden.
Illustration: Anna Karolina Kaczmarczyk

Zielgruppen

Das Projekt richtet sich an:

  • Jugendliche
  • pädagogische Fachkräfte und Multiplikator*innen
  • Kinder im Grundschulalter gemeinsam mit ihren Bezugspersonen

Durch die Verbindung dieser Gruppen entsteht ein gemeinsamer Lern- und Erfahrungsraum, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden.

Regionale Unterstützung und Patenschaften

Die Ausstellung findet im Griepe-Haus in Bad Bevensen statt, das als regionaler Partner die öffentliche Präsentation der Projektergebnisse ermöglicht.

Ergänzend zur Förderung durch den Fonds Soziokultur wird das Projekt von regionalen Unternehmen unterstützt. Durch ihre Patenschaften wird insbesondere die Teilnahme von Jugendlichen am Format „Create. Connect. Change.“ ermöglicht. Ziel ist es, das Angebot möglichst barrierearm zu gestalten und eine Teilnahme ohne Teilnahmegebühren zu ermöglichen.

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch den Fonds Soziokultur.
Die Förderung schafft die Grundlage für die Umsetzung der Projektformate und die öffentliche Präsentation der Ergebnisse.

Projektleitung: Iwona Domachowska (GSI), Marta Tarasewicz (GSI)