Parlamentarisches Patenschafts-Programm: ein gemeinsames, vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress finanziertes Vollstipendium für ein einjähriges Auslandsstudium oder -schuljahr. Es wird von Experiment e.V. organisiert, das Vorbereitungsseminar für die teilnehmenden Schüler*innen findet im GSI statt. Interkulturelle Kompetenz, die Fähigkeit, sich in fremdkulturellen Orientierungssystemen angemessen orientieren und verhalten zu können, beinhaltet sowohl „Fremdkenntnis“ als auch ein hohes Maß an „Selbstkenntnis“. Auf die Erweiterung der Fremdkenntnis, also Wissensvermittlung über „die Anderen“, hier die USA, zielen die Seminarteile zur Klärung konkreter Fragen der Organisation der Gestaltung des Alltagslebens und des Aufenthalts in den USA sowie dem interkulturellen Trainingstag. Hier ist die Leitfrage: „Wohin gehen wir?“. Der zwei Veranstaltungstage umfassende politisch-landeskundliche Teil des Seminars dagegen zielt eher auf die Erweiterung der „Selbstkenntnis“, sprich die Schärfung des Bewusstseins über die die eigene Gesellschaft prägende Elemente der jüngeren deutschen Geschichte und die deutsche Perspektive auf die USA aktuell. Hier ist die Leitfrage: „Woher kommen wir?“ Dazu gehört die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und dessen Aufarbeitung, mit den Vorgängen bei Kriegsende und in der Nachkriegszeit sowie in der Folge den verschiedenen Phasen des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. Die Teilnehmenden sollen im Spiegel historischer Ereignisse das zwischen Abhängigkeit, Freundschaft und Abgrenzung changierende wechselvolle – und sich aktuell noch einmal wandelnde – Verhältnis zu den USA verstehen lernen. Stichworte wie „Befreier“, die „Bundesrepublik-Kind der USA“, „Großer Bruder“ und kritisch gesehener „Weltpolizist“ oder „Imperialist“, „Amerikanisierung“, „Antiamerikanismus“, „eigenständige europäische Politik“, etc. zeigen Facetten dieses Themas. Eine besondere Beachtung verdient dabei aus aktuellem Anlass die Auseinandersetzung mit den aus der Trump-Wahl resultierenden besonderen Herausforderungen für die transatlantischen Beziehungen und den Bestand einer gemeinsamen demokratischen Wertebasis.

Michael Charbonnier
Praktiker (Zimmerer), systemischer Planer (Freiraumarchitektur) und Pädagoge. In der Bildungsarbeit verbinde ich erlebnispädagogisch Nachhaltigkeit und persönliche Entwicklung mittels fundierter Erklärungssysteme.
Kontakt:
Telefon: 0163-7058023
E-Mail: michael.charbonnier@gsi-bevensen.de
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