Politische Bildung & Jugendbildung

25.09.2023

bis

27.09.2023

Umgang mit Trauma im pädagogischen Kontext

Seminar zur Sensibilisierung für Traumatisierungen im beruflichen Kontext von Pädagog*innen und Multiplikator*innen der politischen Bildung

BUBildungsurlaub mgl.

ZFZertifikat

Durch traumatisierende Ereignisse wie Krieg, Flucht und Vertreibung, welche Europa aktuell geopolitisch besonders stark beschäftigen, entsteht in der Gesellschaft immer mehr Bewusstsein dafür, dass Traumata eine oft unvermeidbare Folge auch von politischen Entscheidungen und Entwicklungen sind. Die dramatischen Auswirkungen der Politik können also das Leben von Menschen, auch transgenerativ wie die vergangenen Kriege belegen, traumatisch belasten. Unabhängig von diesen massiven Eingriffen in menschliche Biographien führen auch andere, unscheinbarere Umstände und Tatsachen zu Traumatisierungen, die uns oftmals nicht bewusst sind, die aber deutlich machen, wie Politik in die Biographien von Menschen hineinwirkt. Dieses Seminar verfolgt das Ziel, diese Wechselwirkung von Politik und Biographie Akteur*innen der politischen Bildung sowie verwandter Fachbereiche Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, die sie an aktive Staatsbürger*innen in Maßnahmen der politischen Bildung weitergeben.

Einer der Schwerpunkte des Seminars wird auf der Beschäftigung mit Rassismus als sequentielles und kollektives Trauma liegen. Denn auch wenn Studien eindeutig belegen, dass sich Rassismuserfahrungen im Alltag signifikant negativ auf die Lebensqualität und die psychische Gesundheit von Betroffenen auswirken, stellt rassistischer Stress im Rahmen der Trauma-Diskurses noch immer ein Tabu-Thema dar. Rassismus wird dabei als strukturelles und historisches Machtverhältnis eingeführt und ‚race-based traumatic stress‘ als eine zentrale  Folge kumulierter Erfahrungen von rassistischen Mikroagressionen im Kontext psychosozialer Arbeit beschrieben und diskutiert.

Das Seminar dient somit der Bewusstwerdung und Vergegenwärtigung von Traumatisierung:  Wie kann ich sie erkennen und helfen, auch wenn ich kein*e Therapeut*in bin? Wie kann ich ihnen begegnen, um im Beruf handlungsfähig zu bleiben und um nicht zu retraumatisieren bzw. mich nicht selbst als Helfer*in sekundär zu traumatisieren? Und wie kann ich darüber hinaus bei meiner Zielgruppe, mit Blick auf Themen und Methoden der politischen Bildung, Selbstwirksamkeit erzeugen und Selbstvertretung ermöglichen, um strukturelle Diskriminierungen zu benennen?

Dieses Seminar versteht sich nicht als therapeutische Maßnahme und fungiert nicht als Selbsthilfegruppe bzw. Selbsterfahrungsgruppe.

Beitrag
Preis für Selbstzahler*innen
150 €
DZ/VP
Beitrag
Preis für Firmen
300 €
DZ/VP

Kurz-URL:

https://www.gsi-bevensen.de/goto/grcXh

Dozent*innen

Päd. Mitarbeiter*in des GSI

Iwona Domachowska

Bildungsreferentin. Studium angewandte Linguistik, M.A., Friedens- und Sicherheitspolitik, M.P.S. Zertifizierte Gruppenleiterin interkulturelle Bildung, zertifizierte Trainerin des Demokratie-Lernprogramms „Betzavta/Miteinander“. Schwerpunkte der politischen Bildung: Diversity, Demokratiebildung und Rassismuskritik.

Kontakt:
Telefon: (0 58 21) 9 55-16 7
E-Mail: iwona.domachowska@gsi-bevensen.de

Kooperation(en) mit:
KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not International e.V.