BUBildungsurlaub mgl.
In Anbetracht zunehmend offen geäußerter antimuslimischer und antisemitischer Positionen sowie der Verbreitung von Ungleichwertigkeitsideologien suchen Pädagog*innen Konzepte, die geeignet sind, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Innovative Ansätze der historischen Bildung können hier einen zentralen Beitrag leisten. Denn rechte Bewegungen versuchen durch strategische Geschichtspolitik auf das Geschichtsbewusstsein Einfluss zu nehmen. Ihre ideologischen Narrative zur Legitimierung der „Rettung des christlichen Abendlandes“ oder eines „Abendlandes in Christenhand“ knüpfen an historische Konflikte in der Begegnungsgeschichte der islamischen Welt und Europas an.
Mit der Qualifizierung erhalten Pädagog*innen multiperspektivisches historisches Wissen und geeignetes methodisches Handwerkszeug, um diesen Ideologien kompetent begegnen zu können. In dieser Fortbildung werden Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Bildung im Einsatz von Diversity-Planspielen geschult, die zu diesem Zweck neu entwickelt worden sind.
Das interaktive Planspiel „Convivencia in Córdoba“ bringt historische Bildung und Diversity Education zusammen: Es spielt in Al-Andalus (dem islamischen Spanien in der Zeit von 711 bi 1492) und knüpft an die einzigartige Kultur an, die Menschen muslimischen, christlichen und jüdischen Glaubens damals gemeinsam entwickelt haben. Die Teilnehmenden des Planspiels tauchen in die Stadt Córdoba im 10. Jahrhundert ein und nehmen die Rollen ihrer Bewohner*innen an. Durch einen Sprachenkonflikt gerät das friedliche Zusammenleben der Familien und Religionen, das im Alltag durch Mehrsprachigkeit geprägt ist, ins Wanken. Die Bewohner*innen Córdobas haben die Aufgabe, ihre Interessen zu artikulieren, verschiedene Perspektiven in der Gesellschaft kennenzulernen und Lösungsansätze zu
diskutieren. In der Auswertung des Planspiel wird die Brücke zum heute geschlagen. Der Transfer sensiblisiert für relevante Fragen des Zusammenlebens in den pluralen und mehrsprachigen Migrationsgesellschaften heute.
Anmerkung:
Im Rahmen der Qualifizierung durch LIFE e.V. können sich die teilnehmenden außerschulischen und schulischen Pädagog*innen und Personen mit pädagogischer Erfahrung als Teamer*innen ausbilden und zertifizieren lassen. Die Durchführung des inhaltlich und methodisch komplexen Planspiels ist nur in Teams von zwei zertifizierten Teamer*innen möglich. In einer sich an die Fortbildung anschließenden und mit der Gruppe noch zu terminierenden halbtägigen Online-Veranstaltung werden die Rahmenbedingungen der Zertifizierung, wie Teilnehmer:innen- Vereinbarungen, Berichte, etc sowie Fragen der organisatorischen Umsetzung des Planspiels in den jeweiligen Tätigkeitsfeldern im Zentrum geklärt.

M.A. Soziokulturelle Studien.Päd. Mitarbeiterin bei Life e.V., Berlin im Projekt "Guten Morgen, Abendland! Europa ist mehr." Trainerin in interkultureller und rassismuskritischer Bildung.

M.A.Politikwissenschaften. Päd. Mitarbeiterin bei Life e.V. im Projekt "Guten Morgen, Abendland! Europa ist mehr!" Zertifizierte "Toledo to do"-Trainerin.

Gabriele Wiemeyer
(Internationale) politische Bildung, Interkulturelle Kompetenzen, Konfliktbearbeitung, Demokratie-Lernen. Zertifizierte "Betzavta"-Ausbilderin.
Kontakt:
Telefon: (0 58 21) 9 55-11 4
E-Mail: gabriele.wiemeyer@gsi-bevensen.de
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